Soest.news
Polizei Soest · Soest

"Ghost-Pairing" - Polizei warnt vor Betrugsmasche über WhatsApp

20. August 2026 um 08:42 Uhr

In Leichter Sprache lesen

Die Polizei warnt vor einer Betrugsmasche, die derzeit auch im Kreis Soest vermehrt auftaucht. Beim sogenannten "Ghost-Pairing" versuchen Kriminelle, ein von ihnen kontrolliertes Gerät unbemerkt mit dem WhatsApp-Konto ihrer Opfer zu verknüpfen.

Die Vorgehensweise beginnt häufig mit einer scheinbar harmlosen Nachricht. Diese kann beispielsweise von einem bereits kompromittierten WhatsApp-Konto eines Bekannten stammen. Unter einem Vorwand werden die Empfängerinnen und Empfänger dazu gebracht, einen Link aufzurufen oder eine angebliche Sicherheits- oder Verifizierungsmaßnahme durchzuführen.

Im weiteren Verlauf versuchen die Täter, das Smartphone des Opfers mit einem von ihnen kontrollierten Gerät zu verknüpfen. Dazu kann beispielsweise eine Aufforderung zur Eingabe oder Bestätigung eines Kopplungscodes erscheinen. Wird eine solche Verknüpfung bestätigt, erhält das fremde Gerät Zugriff auf das WhatsApp-Konto. Die Täter nutzen dabei eine reguläre Funktion von WhatsApp aus und müssen nicht zwangsläufig auf eine Sicherheitslücke der App zurückgreifen.

Die Folgen können für Betroffene erheblich sein: Die Täter können unter Umständen private Nachrichten und weitere Inhalte einsehen, Kontakte auslesen und Nachrichten im Namen des Opfers versenden. Dadurch können sie beispielsweise persönliche Informationen aus den Chats gewinnen und für weitere Betrugsversuche verwenden. Auch die Kontakte des Opfers können zum Ziel werden - etwa indem die Täter unter dessen Namen um Geld oder die Weitergabe sensibler Informationen bitten.

Besonders tückisch ist, dass das eigene Smartphone nach einer solchen Geräteverknüpfung weiterhin wie gewohnt funktioniert. Betroffene bemerken den unbefugten Zugriff deshalb möglicherweise gar nicht.

Die Polizei rät, bei unerwarteten Nachrichten über WhatsApp grundsätzlich vorsichtig zu sein:

- Keine Links aus unerwarteten Nachrichten anklicken, auch wenn

die Nachricht scheinbar von Freunden oder Angehörigen stammt.

- Niemals einen Kopplungs- oder Bestätigungscode weitergeben oder

eine Geräteverknüpfung bestätigen, die man nicht selbst bewusst

eingeleitet hat.

- Bei ungewöhnlichen Nachrichten zunächst über einen anderen

Kommunikationsweg Kontakt mit der vermeintlichen Absenderin oder

dem Absender aufnehmen.

- Regelmäßig unter WhatsApp → Einstellungen →

Verknüpfte Geräte überprüfen, welche Geräte mit dem eigenen

Konto verbunden sind, und unbekannte Geräte unverzüglich

abmelden.

- WhatsApp und das Betriebssystem des Smartphones stets auf dem

aktuellen Stand halten.

- Die Zwei-Schritt-Verifizierung von WhatsApp aktivieren.Wer ein unbekanntes verknüpftes Gerät feststellt oder den Verdacht hat, dass das eigene WhatsApp-Konto von Unbefugten genutzt wird, sollte die eigenen Kontakte über den Vorfall zu informieren, damit diese nicht auf Nachrichten der Täter reagieren oder beispielsweise Geld überweisen.

Die Polizei bittet Bürgerinnen und Bürger, auch ältere oder weniger technikaffine Angehörige auf die Betrugsmasche aufmerksam zu machen. Denn eine vermeintlich harmlose Aufforderung zur Bestätigung oder Verknüpfung kann dazu führen, dass Kriminelle Zugriff auf persönliche Kommunikation erhalten und das WhatsApp-Konto anschließend für weitere Betrugsversuche missbrauchen.

Quelle: Polizei Soest. Diese Meldung wurde im Wortlaut der herausgebenden Stelle wiedergegeben. Original lesen ↗

Rückfragenvermerk für Medienvertreter: Kreispolizeibehörde Soest Pressestelle Polizei Soest Daniel Großert Telefon: 02921 - 9100 5311 E-Mail: poea.soest@polizei.nrw.de http://www.polizei.nrw.de/soest Original-Content von: Kreispolizeibehörde Soest, übermittelt durch news aktuell