Love-Scamming: Vierstelligen Betrag an Internetbekanntschaft überwiesen
Es begann als "nette" Internetbekanntschaft. Auf eine Freundschaftsanfrage in den sozialen Medien folgten zahlreiche Chats, der Austausch von Bildern und Sprachnachrichten über einen Messengerdienst. Dann wurde um Geld gebeten.
Eine 76-jährige Frau aus Waldbröl stand seit Mitte Mai dieses Jahres in Kontakt mit einer unbekannten Person, die sich als verwitweter Arzt aus der Ukraine und Vater eines achtjährigen Kindes ausgab. Am 23. Juni bat der angebliche Arzt um einen mittleren vierstelligen Eurobetrag zur Freilassung aus dem Arbeitercamp, in welchem er sich befinden würde. Der geforderte Betrag wurde dann von der Waldbrölerin überwiesen.
Ende Juni teilte der Betrüger der 76-Jährigen dann mit, dass er für seinen Flug nach Deutschland erneut Geld benötigen würde. Aufmerksame Bankmitarbeiter verhinderten Schlimmeres - hielten die Überweisung mit einem hohen vierstelligen Betrag zurück, kontaktierten die Waldbrölerin und klärten sie darüber auf, dass es sich vermutlich um einen Betrug handelt.
Am Montag (20. Juli) begab sich der 76-Jährige dann zu einer Polizeidienststelle und erstattete Anzeige. Erste polizeiliche Ermittlungen ergaben, dass die empfangenen Bilder und Sprachnachrichten augenscheinlich mit künstlicher Intelligenz erstellt wurden.
Immer mehr Betrüger wittern das große Geschäft mit der Liebe. Mit dieser und ähnlichen Maschen, die als Love-/Romance-Scamming bekannt sind, richten Betrüger regelmäßig hohen finanziellen und emotionalen Schaden an. Kontakte werden über Partnerbörsen, soziale Medien oder Messengerdienste geknüpft. Nach vielen Chats, E-Mails oder Telefonaten, täuscht der Betrüger dann eine finanzielle Dringlichkeit vor und bittet um monetäre Unterstützung.
Bleiben Sie bei virtuellen Bekanntschaften besonders vorsichtig. Spätestens, wenn Geldforderungen ins Spiel kommen, sollten die Alarmglocken schrillen! Überweisen Sie niemals Geld, tätigen Sie keine Zahlungen per Gutscheinkarte oder Kryptowährungen an Personen, die Sie nur aus dem Internet kennen, und geben Sie keine sensiblen Daten wie Bankverbindungen, Ausweiskopien oder Passwörter weiter.
Wenn Sie "gescammt" wurden, brechen Sie sofort den Kontakt ab, richten Sie eine neue E-Mail-Adresse ein und wechseln Sie die Telefonnummer. Weiterhin sollten Sie alle Mails und Chat-Texte als Beweis auf einem Speichermedium sichern und versuchen, bereits getätigte Überweisungen und Transaktionen rückgängig zu machen.
Ganz wichtig: Holen Sie sich Hilfe! Sprechen Sie mit einer vertrauten Person und erstatten Sie in jedem Fall Anzeige bei der Polizei.
Bei Fragen zu dem Thema hilft Ihnen die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle unter Tel.: 02261 8199-4700 oder -4701 gerne weiter. Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie auch im Internet auf den Seiten der Polizeiberatung: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/scamming/.
Quelle: Polizei Oberbergischer Kreis. Diese Meldung wurde im Wortlaut der herausgebenden Stelle wiedergegeben. Original lesen ↗
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