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Polizeidirektion Göttingen verstärkt Sicherheit an Brennpunkten - 75 Sicherstellungen von Messern verhindern schwerste Straftaten

24. Juli 2026 um 09:33 Uhr

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Kriminalitätsbrennpunkte in Hildesheim, Hameln und Göttingen

Waffenverbotszone in Göttingen ergänzt Sicherheitspaket

Polizei erhöht Präsenz und führt gezielte anlasslose Personenüberprüfungen durch

20 Aufenthaltsverbote und zusätzliche Videoüberwachung wirken

Sicherstellung von 75 Messern verhindert schwerste Straftaten

Maßnahmen führen zu mehr Sicherheit in den Angsträumen

PD GÖTTINGEN - Erhöhte Polizeipräsenz, gezielte Kontrollen und eine konsequente Bekämpfung von Straftaten: Mit umfangreichen Maßnahmen setzt die Polizeidirektion Göttingen ihren Kurs zur Stärkung der Sicherheit im öffentlichen Raum fort. Im Fokus stehen dabei mehrere Brennpunkte im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Göttingen, an denen Straftaten frühzeitig verhindert werden sollen. Ziel ist es, das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zu stärken.

"Sicherheit ist Lebensqualität. Uns geht es primär darum, dass sich die Menschen zu jeder Tages- und Nachtzeit auf unseren Straßen, in den Innenstädten und an den Bahnhöfen sicher bewegen können. Wir analysieren die Kriminalitätslage an den identifizierten Brennpunkten fortwährend. Wir setzen als Polizei an diesen Angsträumen deutliche Signale. Die ersten positiven Tendenzen sprechen für unser professionelles Vorgehen", so Präsidentin Tanja Wulff-Bruhn.

Maßnahmen an den sogenannten "Gefährlichen Orten" anlass- und verdachtsunabhängig möglich

Die Brennpunkte befinden sich aktuell in Hameln, Hildesheim und Göttingen. In allen drei Fällen wurden für entsprechende Bereiche in den Städten sogenannte - nach § 13 Abs. 1 Nr. 2 des Niedersächsischen Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes (NPOG) - "gefährliche Orte" auf der Grundlage einer umfassenden und fortwährenden Lageanalyse festgelegt. Entsprechend eingestuft werden können Bereiche, wenn davon auszugehen ist, dass hier schwere Straftaten begangen werden. Durch die rechtliche Einordnung der Brennpunkte stehen zusätzliche polizeiliche Eingriffsmaßnahmen zur Gefahrenabwehr bzw. konkret der Straftatenverhütung zur Verfügung. So können etwa Identitätsfeststellungen sowie die Durchsuchung von Personen und mitgeführten Sachen verdachtsunabhängig vorgenommen werden. Jeder einzelne Vorgang wird durch die Einsatzkräfte individuell und mit Blick auf den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz bewertet. Die polizeilichen Kontrollen wurden und werden durch die Einsatz- und Streifendienste, die Verfügungseinheiten und durch die Bereitschaftspolizei Niedersachsen regelmäßig durchgeführt.

Kriminalitätsbrennpunkte in Hameln, Hildesheim und Göttingen

Der Bereich rund um den Hamelner Bahnhof gilt als besonders kriminalitätsbelastet und wurde daher bereits Ende 2023 als "gefährlicher Ort" eingestuft. Die Polizei Hameln verzeichnete hier Straftaten insbesondere im Bereich der Rohheitsdelikte, wie einfache und gefährliche Körperverletzungen und Eigentumsdelikte. Bei den Täterinnen und Tätern handelte es sich zumeist um Jugendliche und Heranwachsende. Die Einstufung umfasst den Bahnhofsvorplatz, die umliegenden Straßen und Zuwegungen sowie das Bahnhofsgebäude selbst (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/57895/5692805).

Die Bilanz bis heute: Insgesamt wurden 470 Personenüberprüfungen allein im Bereich des Bahnhofvorplatzes durchgeführt und entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet. Über den gesamten Zeitraum hinweg konnten zwei Schreckschusswaffen, fünf Messer und weitere gefährliche Gegenstände wie Schlagringe, illegale Feuerwerkskörper sowie ein Teleskopschlagstock sichergestellt werden.

Eine signifikante Steigerung an polizeilich registrierten Verbrechenstatbeständen, wie Raub- und Erpressungsdelikte (26), ein versuchter Mord sowie eine Vergewaltigung führten im Oktober 2024 auch in Hildesheim zur Benennung eines gefährlichen Ortes. Wie in Hameln wurde die Einstufung am Hauptbahnhof sowie am Marienfriedhof vorgenommen. Im weiteren Verlauf hat die Polizeiinspektion Hildesheim (ab April 2025) das Sicherheitskonzept um eine Videoüberwachung für den Vorplatz des Hauptbahnhofes erweitert (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/57621/6024541).

Die Bilanz bis heute: So wurden bis Ende Juni insgesamt mehr als 4.700 Maßnahmen getroffen. Dazu zählen unter anderem 1.771 Personalienfeststellungen und 898 Durchsuchungsmaßnahmen. In 141 Fällen wurden unter anderem Drogen und Waffen sichergestellt sowie 21 Platzverweise ausgesprochen. Weiterhin wurden zehn Festnahmen, neun Aufenthaltsverbote und sechs Ingewahrsamnahmen verzeichnet. Die Zahl der Verbrechenstatbestände ist deutlich rückläufig.

Im Bereich der Göttinger Innenstadt sind der Waageplatz und seine nähere Umgebung bereits seit längerer Zeit im Fokus der örtlichen Polizeiarbeit. Der Platz fiel in der Vergangenheit immer wieder durch Rohheitsdelikte und Straftaten im Kontext von Drogenkriminalität auf. Zudem kam es im Bereich der Innenstadt in jüngster Vergangenheit vermehrt zu Straftaten, bei denen auch Waffen im Einsatz waren. Ein aktuelles Beispiel dafür ist eine Auseinandersetzung mehrerer Personen auf dem Waageplatz, bei der auch Schüsse fielen. Die Stadt Göttingen richtete aufgrund dieser Entwicklungen im Februar eine Waffenverbotszone ein. Die Zone umfasst neben dem Waageplatz auch umliegende Straßen, Wege und Plätze (https://www.goettingen.de/portal/meldungen/waffenverbotszone-in-der-innenstadt-tritt-am-4-februar-in-kraft-900004744-25480.html?rubrik=900000002), (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/119508/6212310). In den vergangenen Monaten hat das polizeiliche Lagebild und die öffentlich wahrnehmbare Situation ferner verdeutlicht, dass das Gebiet auch die Voraussetzungen für eine Einstufung als "gefährlicher Ort" vorweist. Diese Einstufung als Kontrollörtlichkeit nach § 13 Niedersächsisches Polizei- und Ordnungsbehördengesetz (NPOG) ist im April 2026 erfolgt (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/119508/6307430).

Die Bilanz bis heute: Die bisherigen Ergebnisse spiegeln die Dringlichkeit dieses Vorgehens wider: Bis Ende Juni 2026 wurden insgesamt 942 Personen überprüft, es wurden 36 Messer, eine Axt, ein Baseballschläger sowie eine Eisenstange festgestellt. Zudem wurden 52 Platzverweise und 11 Aufenthaltsverbote erteilt. Weiterhin hat die Polizei bislang darüber hinaus 77 Strafverfahren und 59 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, zwei Verstöße nach dem Waffengesetz und 15 Verstöße nach dem Betäubungsmittelgesetz geahndet. Dazu haben die Einsatzkräfte mutmaßliche Drogendealer festgenommen (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/119508/6279191), (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/119508/6261992), letztmalig am 21. Juli 2026 im Rahmen einer Kontrollaktion rund um den Waageplatz. Der 22-jährige Festgenommene war bereits in der Vergangenheit wegen des Verkaufs von Betäubungsmitteln in Erscheinung getreten. Ein Richter ordnete in diesem erneuten Fall die vorläufige Festnahme zur Durchführung einer Hauptverhandlung an. Im Rahmen des beschleunigten Verfahrens wurde er am 22. Juli 2026 dem zuständigen Haftrichter vorgeführt und zu drei Monaten auf Bewährung verurteilt (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/119508/6320338). In diesem Zusammenhang hatte ein Tatverdächtiger wiederholt gegen ein Aufenthaltsverbot verstoßen. In der Folge wurde auf Antrag der Polizei beim zuständigen Amtsgericht ein mehrtägiger Langzeitgewahrsam angeordnet.

Sicherstellung von 75 Messern verhindert schwerste Straftaten

Polizeiliche Einsatzkräfte werden im Rahmen von einzelnen Sachverhalten immer wieder mit Personen konfrontiert, die unter dem Einfluss alkoholischer Getränke oder Drogen stehen, die sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden und im Besitz von Messern und gefährlichen Gegenständen sind. Durch die niedrigschwelligen und anlasslosen Personenkontrollen der Polizei konnten an den identifizierten Brennpunkten in Hameln (5), Hildesheim (34) und in Göttingen (36) insgesamt 75 Messer sichergestellt und damit dem Zugriff der Personen unmittelbar entzogen werden.

Polizeiliche Intervention führt zu mehr Sicherheit in den Angsträumen

Die polizeilichen Sicherheitskonzepte werden gestärkt und getragen durch die Zusammenarbeit mit der Bundespolizei an den Hauptbahnhöfen, den jeweiligen Stadtordnungsdiensten und der Justiz. In dieser besonderen Wechselwirkung können die ganzheitlichen Maßnahmen mit einem niedrigschwelligen Eingriffscharakter auf Dauer effektiv zu mehr Sicherheit führen. Die ersten Tendenzen in den Inspektionen unterstreichen diese Einordnung. Durch ein professionelles Früherkennungs- und Bedrohungsmanagement (FEBM) generiert und bewertet die Polizei Erkenntnisse und Hinweise zu Personen, die möglicherweise eine schwere Straftat begehen könnten. In der Folge sind u.a. bei derartigen Personen, die immer wieder unter Alkohol, aggressiv und mit Messern oder gefährlichen Gegenständen auffällig werden, Maßnahmen wie Gefährderansprachen oder Messertrageverbote pp. strukturiert und abgestimmt möglich. Das Konzept der Polizei Niedersachsen dazu ist am 01.04.2026 in Kraft getreten und ist zudem phänomenunabhängig (https://www.mi.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/polizeiliche-kriminalstatistik-2025-erneut-weniger-taten-und-geringere-kriminalitatsbelastung-bei-weiterhin-hoher-aufklarungsquote-249477.html).

"Wir sind auch zukünftig an den Brennpunkten präsent. Wir agieren an diesen Plätzen und warten eben nicht ab, dass dort schwerste Straftaten begangen werden. Unser Vorgehen ist einzelfallbezogen und entspricht in einem besonderen Maße der Erwartungshaltung in der Bevölkerung. Die Rückmeldungen aus der Politik und aus der Gesellschaft dazu sind durchgehend positiv. Immer wieder treffen wir in diesen Bereichen Personen an, die mit Messern hantieren und sich in einer psychischen Ausnahmesituation zeigen. Diese Situationen sind sowohl für die Polizei als auch die Bevölkerung äußerst gefährlich. Ich bin immer wieder froh, wenn keine unbeteiligten Personen verletzt werden, unsere Kolleginnen und Kollegen aus diesen Einsätzen gesund zurückkehren und mit den Maßnahmen wie den Sicherstellungen von Messern oder anderen gefährlichen Gegenständen wir für ein Mehr an Sicherheit sorgen ", sagte Tanja Wulff-Bruhn.

Quelle: Polizei Göttingen. Diese Meldung wurde im Wortlaut der herausgebenden Stelle wiedergegeben. Original lesen ↗

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