Startchancen-Programm: Gelsenkirchen gestaltet Schulen für die Zukunft - Erste Maßnahmen an 40 Startchancen-Schulen schaffen moderne Lernumgebungen für zeitgemäßen Unterricht
GE. In Gelsenkirchen nimmt das Startchancen-Programm sichtbar Gestalt an. Mit einem Investitionsvolumen von rund 76 Millionen Euro werden bis 2034 insgesamt 40 Schulen weiterentwickelt. Ziel des Programms von Bund und Ländern ist es, Bildungserfolg stärker von den Fähigkeiten als von der sozialen Herkunft abhängig zu machen. Als Schulträger setzt die Stadt Gelsenkirchen die Investitionsmaßnahmen der ersten Programmsäule nun schrittweise um.
Dabei geht es um weit mehr als neue Möbel. Es entstehen Lernumgebungen, die modernen Unterricht ermöglichen: Flexible Klassenräume ersetzen starre Sitzordnungen, Lerninseln schaffen Raum für Gruppenarbeit und individuelle Förderung, Selbstlernzentren eröffnen neue Möglichkeiten für eigenverantwortliches Lernen. Die Investitionen folgen dabei einem klaren Grundsatz: Der Raum folgt der Pädagogik. Denn wo sich Unterricht verändert, müssen sich auch die Lernräume verändern.
Moderne Lernräume statt Frontalunterricht
Wie verändert das den Unterricht konkret? Die ersten Maßnahmen zeigen, wie aus klassischen Klassenräumen vielseitige Lernumgebungen werden – mit mehr Raum für Zusammenarbeit, individuelles Lernen und eigenverantwortliches Arbeiten.
An der GGS Georgstraße werden Unterricht und Raumgestaltung gemeinsam weiterentwickelt. Die Schule orientiert sich dabei am Churer Modell und verfolgt das Ziel, Schülerinnen und Schüler stärker zu selbstständigem Lernen zu befähigen. Anstelle klassischer Klassenräume mit fest zugewiesenen Sitzplätzen entstehen flexible Lernumgebungen, die unterschiedliche Arbeitsformen ermöglichen. Gemeinsame Impulsphasen im Sitzkreis wechseln sich mit selbstgesteuerten Lernphasen ab. Bodennahe Lernbereiche auf Matten oder Podesten, Gruppentische für kooperative Arbeitsformen, gegen die Wand gerichtete Einzelarbeitsplätze sowie gemütliche Lern- und Rückzugsbereiche schaffen vielfältige Möglichkeiten, auf unterschiedliche Lernvoraussetzungen der Kinder einzugehen.
Auch die Hauptschule am Dahlbusch entwickelt ihre Lernumgebung konsequent weiter. Die Schule baut auf den bereits begonnenen Schulentwicklungsprozess im Rahmen des HauGE-Prozesses auf und stärkt kooperatives sowie selbstorganisiertes Lernen. Dafür werden die Klassen- und Differenzierungsräume an der Nebenstelle Steeler Straße mit flexiblem Mobiliar ausgestattet. Unterschiedliche Arbeitsplatzformen – von Einzelarbeitsplätzen über Gruppenbereiche bis hin zu Steharbeitsplätzen – ermöglichen künftig eine stärkere Differenzierung im Unterricht. Ergänzt wird das Konzept durch offene Regalsysteme für einen eigenständigen Materialzugriff sowie moderne Präsentationsflächen. Die neue Ausstattung schafft die räumlichen Voraussetzungen dafür, dass Schülerinnen und Schüler zunehmend eigenverantwortlich arbeiten und Lehrkräfte individueller begleiten können. Nach einer Erprobungsphase soll das Konzept perspektivisch auch am Hauptstandort umgesetzt werden.
An der Gertrud-Bäumer-Realschule liegt der Schwerpunkt auf der Schaffung zusätzlicher Lernorte außerhalb der Klassenräume. Aufgrund der vergleichsweise kleinen Unterrichtsräume, entstehen mit der Umgestaltung der ehemaligen Mensa und weiterer Räume neue multifunktionale Bereiche, die als Study Hall beziehungsweise Selbstlernzentrum genutzt werden können. Flexible Lernbereiche mit Lounge-Charakter, mobile Möblierung sowie Sichtschutzelemente ermöglichen ruhiges, selbstständiges Arbeiten ebenso wie Lernen in Kleingruppen. Darüber hinaus wird ein ehemaliger Informatikraum zu einem modernen Medienraum weiterentwickelt. Dort entstehen Arbeitsbereiche für Podcast- und Videoproduktionen sowie für die Arbeit mit modernen Medientechnologien wie Plotter oder 3D-Drucker. So werden Medienkompetenz, Demokratiebildung und projektorientiertes Arbeiten künftig noch stärker unterstützt.
Die Beispiele stehen stellvertretend für die Entwicklung vieler weiterer Startchancen-Schulen. Vergleichbare flexible Möblierungskonzepte sind unter anderem für die Gesamtschule Ückendorf, das Ricarda-Huch-Gymnasium und die Lessing-Realschule vorgesehen.
Auch Schulhöfe werden zunehmend als Lern- und Aufenthaltsräume weiterentwickelt. An der Grundschule Wiehagen entstehen zusätzliche Bewegungs- und Spielangebote sowie ein überdachter Außenlernraum. Für die Grundschule an der Erzbahn ist ein multifunktionaler Lern- und Aufenthaltsraum in Form eines Bau- beziehungsweise Zirkuswagens geplant, der für Kleingruppenarbeit, Differenzierungsangebote und als geschützter Rückzugsort genutzt werden soll. Ebenso werden ungenutzte Flur- und Foyerbereiche künftig stärker in pädagogische Konzepte einbezogen. An zunächst fünf Modellschulen entstehen Lernlandschaften mit Lesenischen, Arbeitsplätzen und Rückzugsbereichen, deren Konzepte anschließend auf weitere Schulen übertragen werden sollen.
Die Umsetzung des Startchancen-Programms erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen der Stadt Gelsenkirchen, der Bezirksregierung Münster und den teilnehmenden Schulen. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, moderne Lernbedingungen zu schaffen, die die Schulentwicklung langfristig unterstützen und Kindern und Jugendlichen bessere Bildungschancen eröffnen.
Mit den ersten umgesetzten Maßnahmen wird nun sichtbar, wie das Startchancen-Programm Schritt für Schritt in den Schulen ankommt – und wie sich Lernräume in Gelsenkirchen zu modernen Bildungsorten weiterentwickeln. Die genannten Beispiele zeigen, wie vielfältig die Investitionsmaßnahmen der ersten Programmsäule in Gelsenkirchen ausgestaltet werden und wie eng sie mit den jeweiligen pädagogischen Konzepten der Schulen verknüpft sind. Die Umsetzung des Startchancen-Programms wird in den kommenden Monaten kontinuierlich fortgeführt. Weitere Maßnahmen befinden sich bereits in der Vorbereitung beziehungsweise im Antragsverfahren.
Hinweis an die Redaktionen: Eine Liste er aktuell bereits bewilligten, beantragten und in Vorbereitung befindlichen Maßnahmen sowie Fotos finden sie zum Download im Anhang.
Abbildung 1 Klassenraum an der GGS Georgstraße mit KI-Simulation
Abbildung 2 Visualisierung eines Klassenraumes der Hauptschule am Dahlbusch mit KI-Simulation
Quelle: Stadt Gelsenkirchen. Diese Meldung wurde im Wortlaut der herausgebenden Stelle wiedergegeben. Original lesen ↗