260807 - 1006 Frankfurt: Gemeinsame Pressemitteilung von Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und Polizeipräsidium Frankfurt am Main: Festnahmen wegen sogenannter Schockanrufe
Länderübergreifender Einsatz mit Fahndungserfolg in Rumänien
Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main - Eingreifreserve - konnte gemeinsam mit dem Hessischen Landeskriminalamt und dem Polizeipräsidium Frankfurt am Main zwei weitere dringend Tatverdächtige wegen des Verdachts des versuchten banden- und gewerbsmäßigen Betruges in Rumänien festnehmen lassen.
Ein 33-jähriger deutscher Staatsangehöriger aus Hanau, der sich bereits seit dem 10. Mai 2026 in Untersuchungshaft befindet, sowie die zwei nunmehr festgenommenen 39-jährigen deutschen Staatsangehörigen aus Offenbach stehen im Verdacht, innerhalb einer international agierenden Gruppierung, die sich auf die Durchführung sogenannter "Schockanrufe" spezialisiert hat, als sogenannte "Keiler" fungiert zu haben. Innerhalb der Organisationsstruktur stellen die sogenannten "Keiler" den ersten telefonischen Kontakt mit den potenziellen Betrugsopfern her, spiegeln eine vermeintliche Notsituation vor und geben sich im Einzelfall sowohl als nahe Angehörige und Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus, um auf diese Weise die potenziellen Opfer zur Herausgabe werthaltiger Vermögensgegenstände zu verleiten.
Nach den bisherigen Ermittlungen soll der 39-jährige Beschuldigte in dem Zeitraum vom 11. bis 17. Februar 2026 in 14 Fällen, darunter in vier Fällen gemeinsam mit dem 33-jährigen Beschuldigten und in einem Fall gemeinsam mit der 39-jährigen Beschuldigten, aus Spanien heraus potenzielle Betrugsopfer in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Bayern telefonisch kontaktiert haben.
In sämtlichen Fällen soll sich der 39-jährige Beschuldigte als Verkehrspolizist ausgegeben und den Opfern vorgespiegelt haben, dass ein naher Angehöriger einen Verkehrsunfall verursacht habe. Zusätzlich soll er angegeben haben, dass eine drohende Untersuchungshaft nur durch Zahlung einer Kaution abgewendet werden könne. Soweit der 39-jährige Beschuldigte die Taten im Zusammenwirken jeweils mit den weiteren beiden Beschuldigten begangen haben soll, sollen sich diese - um der Täuschung Nachdruck zu verleihen - als nahe Angehörige des jeweiligen Opfers ausgegeben haben.
Zu einer Vollendung der Taten kam es nach den bislang durchgeführten Ermittlungen in keinem der Fälle. So sollen die Beschuldigten die weitere Tatbegehung entweder aufgrund erkannter Mittellosigkeit ihrer Opfer aufgegeben haben. In den übrigen Fällen soll die Vollendung ausgeblieben sein, da die Opfer den Anruf als Betrugsversuch erkannt haben sollen.
Der 39-jährige dringend Tatverdächtige sowie die ebenfalls 39-jährige dringend Tatverdächtige konnten nunmehr im Zusammenwirken von Hessischem Landeskriminalamt und dem Polizeipräsidium Frankfurt am Main in Bukarest festgenommen werden. Nach Bewilligung der Auslieferung durch die rumänischen Behörden wurden die beiden Beschuldigten am gestrigen Donnerstag aus Rumänien überstellt und sollen am heutigen Freitag dem Ermittlungsrichter in Hanau vorgeführt werden. Dieser wird über die Anordnung von Untersuchungshaft entscheiden.
Die Eingreifreserve der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main setzt mit diesem Ermittlungserfolg ihren Einsatz bei der Bekämpfung des Phänomenbereichs "Enkeltrickbetrüger, Schockanrufer und falsche Polizeibeamte" weiter fort. Seit dem Jahr 2025 bündelt die Eingreifreserve der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main in engem Austausch mit der hessischen Polizei und ausländischen Partnerdienststellen die Ermittlungen gegen diese international agierenden Tätergruppierungen aus dem Bereich der organisierten Kriminalität.
Quelle: Polizei Frankfurt am Main. Diese Meldung wurde im Wortlaut der herausgebenden Stelle wiedergegeben. Original lesen ↗
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