Erfolg für das Präventionsprojekt "Run in My Shoes" des Kommunalen Integrationszentrums
In diesem Jahr wurde zum dritten Mal der Margot Friedländer Preis verliehen. Im Zuge dieses Bewerbungsverfahrens erzielte das Präventionsprojekt des Kommunalen Integrationszentrums (KI) Essen "Run in My Shoes" einen wichtigen Erfolg: Aus rund 310 Bewerbungen, welche bundesweit von Einzelpersonen, Initiativen und Institutionen eingereicht werden konnten, kam das Präventionsprojekt der Stadt Essen unter die 29 Finalisten der Endrunde. Insbesondere die Rückmeldung der Jury, dass sie das Projekt sehr beeindruckt habe und die Entscheidung in diesem Jahr besonders schwerfalle, ist eine Bestätigung und Anerkennung der inhaltlichen Qualität und des Engagements der bisherigen Arbeit aller Beteiligten.
"Dies ist eine wertvolle Anerkennung für unsere Arbeit. In den vergangenen Jahren konnten wir im Rahmen unserer Projektarbeit viele Jugendlichen in Bezug auf gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus sensibilisieren", sagt Galina Borchers, die Leitung des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt Essen.
Margot Friedländer Preis würdigt Engagement für Demokratie und Menschlichkeit
Der Margot Friedländer Preis zeichnet Menschen aus, die sich mit Aktionen und Initiativen für Toleranz, Menschlichkeit, Freiheit und Demokratie einsetzen und zur Aufklärung über den Holocaust und Antisemitismus beitragen – zum Beispiel in Schulen, an Hochschulen, in Elterninitiativen, Vereinen, Betrieben oder Bürgerinitiativen. Der Preis wird seit 2024 von der Margot Friedländer Stiftung vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.
"Run in My Shoes" setzt auf Prävention und Dialog
Das Essener Präventionsprojekt "Run in My Shoes" verfolgt seit 2018 auf Initiative der damaligen Staatssekretärin für Integration des Landes NRW genau jene gesellschaftlichen Ziele, die mit dem Preis gewürdigt werden sollen. Im Zentrum des Projekts steht die pädagogisch fundierte Auseinandersetzung mit Antisemitismus als historisch gewachsenem und zugleich hochaktuellem Phänomen.
In interaktiven Workshops werden junge Menschen dazu befähigt, antisemitische Denk- und Handlungsmuster zu erkennen, einzuordnen und ihnen aktiv entgegenzutreten. Dabei setzt das Projekt gezielt auf einen Peer-to-Peer-Ansatz, der Lernen auf Augenhöhe ermöglicht und die nachhaltige Wirkung innerhalb jugendlicher Lebenswelten stärkt.
Zugleich orientiert sich die methodische Umsetzung am dialogischen Ansatz nach David Bohm, der durch offene, wertschätzende Gesprächsformate Perspektivwechsel fördert und ein vertieftes gemeinsames Verständnis komplexer gesellschaftlicher Themen unterstützt. Auf diese Weise verbindet das Projekt historisches Lernen mit gegenwartsbezogener Präventionsarbeit: Antisemitismus wird nicht isoliert als aktuelles Problem behandelt, sondern als Kontinuität, deren extremste Ausprägung in der Shoah ihren Ausdruck fand.
Beitrag für Toleranz, Menschlichkeit und Demokratie
Die Auseinandersetzung mit solchen Themen ist ein wichtiger Grundpfeiler für Toleranz, Menschlichkeit und unsere Demokratie. Das Essener Präventionsprojekt leistet deshalb seit Jahren einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung junger Menschen und zur Prävention von Antisemitismus, Rassismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
Interessierte, die an den Workshops teilnehmen wollen oder mehr über das Projekt erfahren wollen, finden Informationen auf der Homepage des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt Essen www.essen.de.
Quelle: Stadt Essen. Diese Meldung wurde im Wortlaut der herausgebenden Stelle wiedergegeben. Original lesen ↗