Nach 44 Jahren im Dienst der Stadt: Ute Unrau, Leiterin der Allgemeinen Ordnungsbehörde, geht in den Ruhestand
]]><p>Am 1. August 1982 begann sie ihre Laufbahn bei der Stadt Bergisch Gladbach. Nach ihrer Ausbildung war sie in verschiedenen Bereichen der Verwaltung tätig – unter anderem im Personalamt, in der Projektgruppe Altlasten, im Haupt- und Organisationsamt sowie im Dezentralen Controlling. Im Februar 2000 übernahm sie die Leitung der Allgemeinen Ordnungsbehörde – eine Aufgabe, die sie über mehr als ein Vierteljahrhundert mit großem Engagement und hoher fachlicher Kompetenz ausfüllte.</p> <p>„Ich durfte mein gesamtes Berufsleben für die Stadt arbeiten, in der ich zuhause bin. Diese Verbundenheit hat mich immer motiviert. Die Arbeit in der Ordnungsbehörde war anspruchsvoll, abwechslungsreich und oft auch herausfordernd – aber sie war vor allem sinnstiftend. Besonders dankbar bin ich für die Zusammenarbeit mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ohne ihren Einsatz hätten wir die stetig wachsenden Aufgaben der vergangenen Jahre nicht bewältigen können“, sagt Ute Unrau.</p> <p><strong>Weit mehr als Kirmes und Knöllchen</strong><br />Vielen Bürgerinnen und Bürgern ist die Ordnungsbehörde vor allem durch die Ausrichtung der beiden großen Kirmessen oder die Verwarnungs- und Bußgeldstelle bekannt. Tatsächlich reicht das Aufgabenspektrum jedoch weit darüber hinaus.<br />Die Allgemeine Ordnungsbehörde sorgt täglich dafür, dass Sicherheit, Ordnung und ein funktionierendes Zusammenleben in Bergisch Gladbach gewährleistet sind. Dazu gehören unter anderem die Bearbeitung von Gewerbeanmeldungen und die Überwachung von Gewerbebetrieben, die Erteilung von Gaststättenerlaubnissen, Kontrollen gemeinsam mit Polizei, Zoll und Steuerfahndung sowie Maßnahmen gegen Schwarzarbeit und illegale Gewerbeausübung.</p> <p>Auch das Landeshundegesetz, die Bekämpfung von Rattenbefall, Wildtierschäden, Beschwerden über Rauchentwicklungen, Überwuchs im öffentlichen Verkehrsraum oder Verstöße gegen die Reinigungspflichten von Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern gehören zu den Aufgaben der Behörde. Hinzu kommen ordnungsbehördliche Bestattungen, die Verfolgung von Ruhestörungen sowie die Organisation und Durchführung der Wochenmärkte. Auch wer etwas verloren hat, ist bei der Ordnungsbehörde im Fundbüro an der richtigen Stelle. Darüber hinaus wird jeder Weihnachtsmarkt, jedes Stadtfest, jeder Trödelmarkt und ähnliche Veranstaltungen von der Ordnungsbehörde geprüft, genehmigt und kontrolliert.<br />Besonders anspruchsvoll sind zudem die Einsätze im Zusammenhang mit der Unterbringung psychisch erkrankter Menschen, von denen eine Gefahr für sich oder andere ausgeht. Allein im Jahr 2025 musste die Ordnungsbehörde in 310 Fällen tätig werden – durchschnittlich fast einmal täglich.</p> <p>Auch die Verwarnungs- und Bußgeldstelle hat sich in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verändert. Neben der Überwachung des ruhenden Verkehrs verantwortet die Stadt inzwischen auch die stationäre und mobile Geschwindigkeitsüberwachung im gesamten Stadtgebiet. Seit 2025 ergänzt eine semistationäre Messanlage die Verkehrsüberwachung und ermöglicht Kontrollen rund um die Uhr. Auch die straßenrechtlichen Ausnahmegenehmigungen, z.B. Parkausweise für Schwerbehinderte, fallen in den Aufgabenbereich der Ordnungsbehörde.</p> <p><strong>Stadtordnungsdienst als sichtbarer Baustein der Sicherheit</strong><br />Ein besonderes Anliegen von Ute Unrau war der Aufbau des Stadtordnungsdienstes. Heute ist dieser fester Bestandteil der kommunalen Sicherheitsstruktur und aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.</p> <p>Ob bei Karneval, Stadtfesten, Weihnachtsmärkten, Kirmessen oder in der Silvesternacht – der Stadtordnungsdienst sorgt gemeinsam mit Polizei und Veranstaltern für Sicherheit und ist zugleich Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger. Durch seine sichtbare Präsenz können viele Konflikte bereits im Entstehen verhindert oder schnell gelöst werden.<br />„Eine funktionierende Ordnungsbehörde lebt nicht von Verboten, sondern davon, dass Menschen respektvoll miteinander umgehen. Wo das nicht gelingt, greifen wir ein – immer mit dem Ziel, Sicherheit und Lebensqualität für alle zu erhalten. Ich freue mich sehr, dass sich der Stadtordnungsdienst zu einer wichtigen und anerkannten Säule unserer Arbeit entwickelt hat“, so Ute Unrau.</p> <p><strong>Eine Bilanz mit Verantwortung</strong><br />Die Anforderungen an die Ordnungsbehörde sind in den vergangenen 26 Jahren kontinuierlich gestiegen. Neue gesetzliche Aufgaben, veränderte Sicherheitslagen und wachsende Erwartungen der Bevölkerung haben die Arbeit zunehmend komplexer gemacht. Gleichzeitig mussten die vielfältigen Aufgaben häufig trotz personeller Engpässe zuverlässig erfüllt werden.<br />„Hinter jeder Maßnahme stehen Menschen, die Verantwortung übernehmen – oft auch in schwierigen Situationen. Darauf bin ich besonders stolz. Ich verlasse die Verwaltung mit dem guten Gefühl, dass die Ordnungsbehörde hervorragend aufgestellt ist und ihre wichtigen Aufgaben auch künftig engagiert wahrnehmen wird“, blickt Ute Unrau auf ihre Dienstzeit zurück.</p> <p><strong>Abschied auf der Laurentiuskirmes</strong><br />Dass ihre letzten Arbeitstage ausgerechnet mit der Laurentiuskirmes zusammenfallen, könnte kaum passender sein. Seit vielen Jahren verantwortet die Allgemeine Ordnungsbehörde die traditionsreichen Großveranstaltungen und setzt damit eine inzwischen 184-jährige Kirmestradition in Bergisch Gladbach erfolgreich fort.</p> <p>Mit dem Abschied von Ute Unrau verliert die Stadt eine erfahrene Führungskraft, die die Entwicklung der Allgemeinen Ordnungsbehörde über mehr als zwei Jahrzehnte entscheidend geprägt hat. Die Stadt Bergisch Gladbach dankt ihr herzlich für ihren außergewöhnlichen Einsatz, ihre hohe fachliche Kompetenz und ihr langjähriges Engagement zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger.</p>
Quelle: Stadt Bergisch Gladbach. Diese Meldung wurde im Wortlaut der herausgebenden Stelle wiedergegeben. Original lesen ↗